GRÜNE in Lauffen

Position des Ortsverbandes Lauffen zum Thema 8- oder 9-jähriges Gymnasium

Der Presse war in letzter Zeit zu entnehmen, dass die Grünen in Baden-Württemberg weiterhin an G 8 (8-jähriges Gymnasium) festhalten wollen. Diese Aussage als Gesamtbetrachtung der Partei ist falsch. 

 

Es steht fest, dass Niedersachsen komplett zu G 9 (9-jähriges Gymnasium) zurückkehrt. Diskussionen und Änderungen gibt es in Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Hessen und Bayern. Selbst im traditionell dem G 8 verbundenen Brandenburg gibt es Bestrebungen zur Einführung von G 9. Rheinland-Pfalz hatte überhaupt nie auf G 8 umgestellt.

 

Tatsache ist: Schüler und Eltern sind mit G 8 überlastet. Musikschulen und Sportvereine leiden unter Zeitnot, Gymnasialklassen besuchen aus gleichem Grund weitaus weniger außerschulische Lernorte wie Museen, obwohl dies in den Lehrplänen ausdrücklich erwähnt ist. 

 

Umfragen unter Eltern ergaben, dass 70 % der Befragten zu G 9 zurückkehren wollen.

 

Schulen müssen heute nicht nur fachliches Wissen vermitteln, sondern motivierte Arbeitshaltung, soziale Kompetenzen sowie Erziehungsaufgaben, wie z.B. ethische Grundhaltung oder die einfachsten Benimmregeln. Dies ist auch im Gymnasium der Fall.

 

Dem steht die Verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre diametral entgegen. 

 

Eine oft zitierte alternative Ausbildung über Realschule und Fachgymnasien, die ja insgesamt 13 Jahre dauert, ist nicht vollständig mit der rein gymnasialen Ausbildung vergleichbar.  

 

Baden-Württemberg darf bei der Diskussion nicht außen vor bleiben. Wir müssen bereits heute einen Wechsel in der generellen Einstellung zu G 9 einleiten. 

 

Wenn wir inzwischen bei Quoten von 25 % Studienabbrechern angekommen sind, sind das eindeutige Hinweise, dass die schulische Ausbildung nicht genügend Qualifikationen für Studierende vermittelt. Selbst bei Doktoranden-Kolloquien klagte die Rosa-Luxemburg-Stiftung jüngst über mangelnden Output - d.h. auch die Resultate von Studienabschlüssen sind offenbar nicht ausreichend für eine verantwortungsvolle eigenständige wissenschaftliche Arbeit.

 

Die generelle Forderung, Gymnasien müssten berufsorientierend arbeiten, steht dem unserer Ansicht nach entgegen. Gymnasien sollen zu einer allgemeinen Hochschulreife und zu einem akademischen Studium hinführen und nicht nur zu schnell „hinter-sich-bringenden“ Bachelor-Studien.

 

Zur Wiedererlangung  eines international wettbewerbsfähigen Niveaus ist ein 9-jähriger Ausbildungsgang zwingend notwendig.